
Ensemble Ad Fontes



Modo facile - auf leichte Weise
Frühbarocke Lieder und Tänze aus Italien mit dem sistro (frühes Xylophon)
Sonntag, 04. April 2027, 19 Uhr
Zunftsaal zum Schmiedenhof, Rümeliplatz 4, 4001 Basel
Programm
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Giovanni Battista Ariosti (1668-?): Auswahl aus Modo facile di suonare il sistro, nomato il timpano (1686)
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Werke von Giuseppe Cenci (†1616) aus Collezione di Madrigali (1600), Gasparo Zanetti (1600 - ~1660) aus Il Scolaro (1645), Giuseppe Giamberti (1600-1662) aus Duo tessuti con diversi solfeggiamenti scherzi (1657), Giovanni Girolamo Kapsberger (1580-1651), Giovanni Antonio Cangiasi (†1614) aus Scherzi Forastieri (1614)
Ensemble Ad Fontes
Philipp Lamprecht (historisches Xylophon, Perkussion, Gesang und Konzept) - Anne Simone Aeberhard (Blockflöten) – Mojca Gal (Violine) – Giovanna Baviera (Gambe und Gesang) – Charlotte Nachtsheim (Harfe und Gesang) – Niels Pfeffer (Zupfinstrumente)
Im Mittelpunkt steht das sistro, zu deutsch Strohfidel, eine Frühform des Xylophons, die heute nur noch selten zu hören ist. Die Lieder, Tänze und Instrumentalstücke aus der wiederentdeckten Quelle Modo facile di suonare il sistro (Bologna 1686) von Giovanni Battista Ariosti bilden die Grundlage des Programms. Philipp Lamprecht hat die historische Notenschrift entschlüsselt und eigens eine Strohfidel nach historischem Vorbild anfertigen lassen.
Ariostis Sammlung führt uns in die Welt der italienischen Hausmusik des 17. Jahrhunderts: Musik, wie sie in adeligen Kreisen Bolognas oder bei geselligen Zusammenkünften erklungen sein könnte. Lieder stehen neben Tänzen und Instrumentalstücken, Geistliches neben Weltlichem – die Grenzen dazwischen sind nicht immer so eindeutig, wie wir sie heute vielleicht erwarten würden.
Eine besondere Bedeutung kommt dabei Ariostis Quelle selbst zu: Sie gilt als älteste bekannte Notenquelle für Stabspiele, also melodische Schlaginstrumente mit Holzklangplatten. Die ungewöhnliche Tabulaturschrift verrät dabei nicht nur, was gespielt wurde, sondern öffnet ein kleines Fenster in eine heute beinahe verschwundene musikalische Praxis.